von Christa Winter

Seit einiger Zeit besitze ich wieder zwei Islandpferde. Nach fünf pferdelosen Jahren stehen da wieder Isländer hinter dem Haus. Ich bin immer noch ein wenig fassungslos, dass sie da stehen. Fast erschrocken. Und ein tiefes Glücksgefühl will auch nicht aufkommen, weil sich der Freude ein beharrliches Hindernis in den Weg stellt. Ein Hindernis, das mir an manchen Tagen fast unüberwindlich erscheint. Es hat viele, unterschiedliche Bezeichnungen. Mal trägt es den Namen Angst. An einem anderen Tag scheint es Ratlosigkeit zu heißen. An einem Tag Überforderung. Und am nächsten Tag wieder Angst.

Ich weiß, dass all diese Gefühle schlechte Ratgeber sind, denn ich spüre ihren Druck der mein Herz schneller schlagen lässt. Und ich sehe meine Pferde, die unsicher, schreckhaft und überfordert auf mich reagieren. Ich bin frustriert. Und ich will hinschmeißen. Aufgeben. Und ich hätte aufgegeben. Ohne Linn hätte ich aufgegeben.

 

Aber Linn hat meine Pferde ans Halfter und mich an die Hand genommen. Ganz ruhig haben wir einen Huf, einen Fuß vor den anderen gesetzt. Und Linn hat mit mir gemeinsam nicht nur das Winterfell meiner Pferde, sondern auch meine Angst in die Tonne getreten.

Trainingseinheiten mit Linn, das ist Arbeit an Pferd UND Mensch. Das ist Pferde- und Menschenseele in Balance bringen. Das ist Unterstützung, die positiv verändert. Die nachhaltig ist. Dauerhaft. Ich will nicht mehr hinschmeißen. Ich habe wieder Freude an der Arbeit mit den Pferden. Und dafür bedanke ich mich bei Linn. Und dass meine Pferde ihr ebenfalls danken, das sehe ich an ihren Augen.

 

Herzlich Christa